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Aus dem Landtag
28.01.2015, 10:12 Uhr
Gerhard Waschler: Chef des Deutschen Philologenverbandes verschweigt mit seiner Kritik die vorgesehenen Verbesserungen für Gymnasien in der Pilotphase der Mittelstufe plus
Für Erstaunen und auch Kopfschütteln in der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag sorgte die Kritik von Heinz-Peter Meidinger, dem Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbandes an der geplanten „Mittelstufe Plus“ für bayerische Gymnasien.

„Dass sich ein Lehrerverband immer noch mehr Lehrer wünscht, verstehe ich ja noch. Aber einen Beschluss der CSU-Fraktion falsch zu interpretieren, und dann das Nichteintreffen der falschen Interpretation als ‚Wortbruch‘ zu bezeichnen, geht halt an der Wirklichkeit vorbei“, sagte Professor Dr. Gerhard Waschler, der bildungspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. Von zusätzlichen Mitteln sei in dem letzten September gefassten Beschluss der Fraktion, der seitdem auch online nachzulesen ist, keine Rede: Die Klassenbildung erfolgt bei der Mittelstufe Plus im Rahmen des regulären Budgets.
Waschler verwies demgegenüber nochmal auf die Fakten. Danach würden kleinere Gymnasien heute schon bei der Berechnung der zugewiesenen Lehrer Zuschläge erhalten; allein hierauf  beziehe sich der Fraktionsbeschluss.  Darüber hinaus würden die Lehrerstunden, die durch die reduzierte Wochenstundenzahl in den „Mittelstufe Plus-Klassen“ frei werden, an den Gymnasien verbleiben. Hinzu kämen weitere vier Anrechnungsstunden für die Projektbegleitung und -durchführung. „Damit verfügen Gymnasien, die an der zweijährigen Pilotphase teilnehmen, rechnerisch über  mehr Lehrerstunden, als ihnen eigentlich zukäme“, stellte Waschler fest. Diese Lehrerstunden verbleiben den Schulen zum Einsatz. 

„Die Schülerinnen und Schüler  der künftigen ‚Mittelstufe Plus‘ werden eine intensive Förderung erhalten, die mit einer noch festzulegenden Stundentafel umgesetzt wird“, zeigte sich der CSU-Politiker überzeugt. Waschler erinnerte daran, dass die Pilotphase ergebnisoffen angelegt ist, um weitere Erkenntnisse über die besonderen Herausforderungen in der praktischen Umsetzung zu erhalten. Von einer Benachteiligung von Schulen im ländlichen Raum könne nicht die Rede sein, da gerade der Modellversuch zeigen solle, unter welchen Rahmenbedingungen eine Umsetzung bestmöglich realisiert werden könne.

Wegen der Vorwürfe Meidingers, dem als Leiter eines bayerischen Gymnasiums die Fakten eigentlich bekannt sein müssten, zeigte sich Waschler enttäuscht. „Solche Äußerungen sind schlicht unseriös. Vor allem aber verunsichern sie Eltern und Schüler.  Sie torpedieren somit die gemeinsamen Anstrengungen von Politik und Schulfamilie, den Kindern an den Gymnasien Bayerns die beste Förderung zu geben.“

Mit der geplanten „Mittelstufe Plus“ können Schüler, für die die zusätzliche Lernzeit pädagogisch sinnvoll erscheint, die Mittelstufe von drei auf vier Jahre ausdehnen.